Im ersten Moment kann diese Aussage verlockend klingen. ZUGFeRD bietet viele Vorteile, insbesondere durch die Kombination aus lesbarem PDF und strukturierten XML-Daten. Trotzdem ist es nicht in jedem Szenario automatisch das passende oder akzeptierte Format.
Besondere Vorgaben im B2G-Bereich
Gerade im B2G-Bereich können öffentliche Auftraggeber konkrete Vorgaben machen. In Deutschland spielt die XRechnung bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber weiterhin eine zentrale Rolle. ZUGFeRD kann zwar grundsätzlich auch für B2G-Prozesse eingesetzt werden, entscheidend sind aber immer die Anforderungen des jeweiligen Empfängers, der jeweiligen Plattform und der geltenden Rechtsgrundlagen.
In früheren Versionen konnten ZUGFeRD-Rechnungen zudem nicht in allen Fällen von öffentlichen Auftraggebern angenommen werden. Gründe lagen unter anderem in fehlenden oder abweichenden Informationen, die im Verwaltungsumfeld erforderlich waren. Durch Erweiterungen, neue Profile und die Weiterentwicklung des Formats wurden viele dieser Herausforderungen schrittweise adressiert.
Weiterentwicklung mit Factur-X
ZUGFeRD wird kontinuierlich weiterentwickelt. In enger Zusammenarbeit mit dem französischen Forum National de la Facture Électronique et des Marchés Publics Électroniques, kurz FNFE-MPE, wurde eine Version von ZUGFeRD entwickelt, die dem französischen Standard Factur-X entspricht. Seit Version 2.1 sind ZUGFeRD und Factur-X technisch identisch.
Mit ZUGFeRD 2.5 beziehungsweise Factur-X 1.09 wurde im Juni 2026 die nächste Version des hybriden E-Rechnungsformats veröffentlicht. Das Update umfasst unter anderem die obligatorische Aktualisierung der Codelisten und Validierungsartefakte. Außerdem wurden im Profil EXTENDED neue Elemente integriert, die die Interoperabilität mit der französischen B2B-E-Rechnungspflicht unterstützen.
Die angekündigte Funktion für Bruttorechnungen soll in einem weiteren Release folgen. Das genaue Veröffentlichungsdatum steht aktuell noch nicht fest.
Was Unternehmen jetzt beachten sollten
Die Weiterentwicklung zeigt: ZUGFeRD bleibt nicht nur ein praktisches Format für den Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen, sondern wird laufend an neue rechtliche, technische und branchenspezifische Anforderungen angepasst. Gerade im B2B-Umfeld bietet das hybride Format große Vorteile, weil es eine lesbare PDF-Rechnung mit strukturierten XML-Daten verbindet. Dadurch können Rechnungen wie gewohnt geprüft und gleichzeitig automatisiert verarbeitet werden.
Für Unternehmen bedeutet das aber auch: Wer ZUGFeRD nutzt, sollte sicherstellen, dass die eingesetzte Rechnungssoftware aktuelle Versionen, Profile und Anforderungen unterstützt. Projektron beobachtet diese Entwicklungen fortlaufend und richtet die Produktentwicklung an den jeweils aktuellen gesetzlichen und technischen Vorgaben aus. Mit dem Rechnungsmodul von BCS können Unternehmen darauf vertrauen, dass ihre elektronischen Rechnungsprozesse zukunftsfähig weiterentwickelt werden.