14.04.2026 - Fachartikel

Projektmanagement Software auswählen: 9 Schritte zur richtigen Lösung

Ohne Software geht's nicht mehr? Die Auswahl einer Projektmanagement-Software ist für viele Unternehmen eine Herausforderung, ob Agentur, KMU oder Konzern. Wenn Sie eine Projektmanagement Software auswählen möchten, stehen Sie vor einer Vielzahl an Anbietern, Funktionen und Preismodellen. Dieser Leitfaden bahnt Ihnen den Weg durch den PM-Software-Markt und zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die richtige Projektmanagement Software auswählen.

Eine strategisch durchdachte Auswahl ist entscheidend, da die Einführung einer neuen PM-Software nicht nur Kosten verursacht, sondern auch langfristige Auswirkungen auf Ihre Arbeitsweise hat. Eine überhastete Entscheidung kann zu Frustration, Ineffizienz und hohen Folgekosten führen. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit für eine fundierte Entscheidung.

Projektmanagement-Software auswählen in 9 Schritten

Einmal bei Google „Beste Projektmanagement Software“ einzugeben und den ersten Suchtreffer auszuwählen genügt nicht. Wer eine Projektmanagement-Software auswählen möchte, sollte strukturiert vorgehen. Die Auswahl einer Projektmanagement-Software ist ein mehrstufiger Prozess, der Sorgfalt, Strategie und eine systematische Evaluierung erfordert.

Das gilt nicht nur für Großunternehmen: Auch KMU, Agenturen und Projektbüros sollten die Auswahl einer Projektmanagement-Software strukturiert und sorgfältig angehen, damit die Software die gewünschten Vorteile entfalten kann. Es muss nicht immer schnell gehen! Bei der Auswahl einer Projektmanagement-Software ist Gründlichkeit wichtiger als Geschwindigkeit. Betrachten Sie die Auswahl der Projektmanagement-Software als eigenes Projekt, das durchaus bis zu einem Jahr dauern kann und entsprechende Ressourcen beansprucht. Sofern in Ihrer Organisation vorhanden, ist dies eine Aufgabe, die das PMO (Projekt Management Office) federführend betreuen sollte.

Wenn Sie eine Projektmanagement-Software auswählen, treffen Sie eine strategische Entscheidung für die zukünftige Arbeitsweise Ihrer Organisation. Um langfristig die Produktivität und Effizienz zu steigern, sollten Sie das Auswahlverfahren strukturiert und durchdacht gestalten. Ein systematischer Prozess hilft Ihnen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und eine Software zu wählen, die optimal zu Ihren Anforderungen passt. Dabei sollten Sie neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten auch Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit berücksichtigen.

Das Projekt „Auswahl Projektmanagement-Software“ lässt sich in drei Phasen mit jeweils drei Arbeitsschritten gliedern:

Projekt-Phase A: Erarbeitung eines Anforderungskataloges

  1. Bestandsaufnahme & Bedarfsanalyse
  2. Einbeziehen von User Storys
  3. Vertragsform und Servicemodell festlegen

Projekt-Phase B: Auswahlverfahren durchführen

  1. Marktsondierung
  2. Produktpräsentationen
  3. Praxistest einer engeren Auswahl Projektmanagement-Softwares

Projekt-Phase C: Entscheidung und Vorbereitung der Einführung

  1. Angebote einholen
  2. Verträge gestalten und unterzeichnen
  3. Akzeptanz schaffen und Einführung vorbereiten

Schritt 1: Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse für die Auswahl einer Projektmanagement-Software

Bevor Sie eine Projektmanagement-Software auswählen, sollten Sie zunächst den Blick nach innen richten, Ihren eigenen Bedarf analysieren und Ihre derzeitige Position bestimmen. Erfassen Sie im Rahmen eines Audits den Ist-Zustand im Projektmanagement Ihrer Organisation so konkret und spezifisch wie möglich.

Klären Sie im Rahmen einer solchen Status-Quo-Analyse dabei beispielsweise folgende Fragen:

  • Welche Projektmanagement-Methoden und -Frameworks nutzen Sie bisher?
  • Wie komplex sind die Projekte, die Sie umsetzen?
  • Wie viele Teammitglieder, Teams und Abteilungen sind in der Umsetzung involviert?
  • Beziehen Sie regelmäßig externe Mitarbeiter, Teams von Dienstleistern oder externe Stakeholder ein?
  • Steuern Sie vorrangig ein einzelnes Projekt oder mehrere Projekte (Multiprojektmanagement) gleichzeitig?
  • Welche anderen Anwendungen nutzen Sie bereits, um Teilbereiche Ihres Projektmanagements abzubilden? Möchten Sie diese Anwendungen weiterhin nutzen oder soll die neue PM-Software ein Programm oder mehrere bisherige Lösungen ersetzen?
  • Welche Abläufe im Management und Prozesse im Workflow möchten Sie verbessern?

Ein umfassendes Verständnis der aktuellen Prozesse und Herausforderungen ist der erste Schritt auf dem Weg zur optimalen Projektmanagement-Software. Neben der internen Analyse sollten Sie auch zukunftsgerichtete Überlegungen anstellen: 

  • Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?
  • Welche Funktionen könnten in Zukunft relevant sein?

Die Einbindung der betroffenen Teams ist essenziell. Setzen Sie auf transparente Kommunikation und Workshops, um alle relevanten Stakeholder frühzeitig in den Prozess einzubinden. So können Sie sicherstellen, dass die neue Software von Anfang an breite Akzeptanz findet und sich nahtlos in den Arbeitsalltag integriert. Definieren Sie klare Kriterien für die Auswahl und priorisieren Sie diese nach Must-have- und Nice-to-have-Anforderungen. Halten Sie die Auswahlkriterien schriftlich fest, damit Sie später jede Projektmanagement-Software nach denselben Maßstäben bewerten können.

Mögliche Auswahlkriterien

KriteriumZentrale FragenTipps & Hinweise
FunktionsumfangDeckt die Software alle benötigten Funktionen wie Projektplanung, Ressourcenmanagement, Zeiterfassung, Controlling und Reporting ab?Achten Sie besonders auf Must-have-Funktionen und vermeiden Sie Tools, die zentrale Anforderungen nicht erfüllen.
BenutzerfreundlichkeitIst die Software intuitiv bedienbar und unterstützt sie effiziente Workflows im Alltag?Eine hohe Usability steigert die Akzeptanz im Team und reduziert Schulungsaufwand.
Integrationen und SchnittstellenLässt sich die Software in bestehende Systeme wie CRM, ERP oder Buchhaltung integrieren?Offene APIs und Standard-Schnittstellen sind entscheidend für durchgängige Prozesse.
Cloud oder On-PremiseSoll die Software als SaaS-Lösung in der Cloud oder lokal im Unternehmen betrieben werden?Die Wahl beeinflusst Kosten, Wartung, Sicherheit und Flexibilität.
Datenschutz und ComplianceErfüllt die Software gesetzliche Anforderungen wie DSGVO und branchenspezifische Standards?Wichtig sind Serverstandort, Zertifizierungen (z. B. ISO 27001) und Datenverarbeitung.
Support und SchulungsangebotBietet der Anbieter Support, Onboarding, Schulungen und Dokumentation?Schneller Support und gute Trainingsangebote erleichtern Einführung und Betrieb.
SkalierbarkeitKann die Software mit Ihrem Unternehmen wachsen und mehr Nutzer oder Projekte abbilden?Achten Sie auf flexible Lizenzmodelle und Erweiterungsmöglichkeiten.
Preis- und LizenzmodellWie setzen sich die Kosten zusammen (Abo, Lizenz, Zusatzmodule, Nutzerpreise)?Berücksichtigen Sie die Gesamtkosten (TCO) über mehrere Jahre.
AnpassbarkeitLässt sich die Software an individuelle Prozesse und Anforderungen anpassen?Konfigurierbare Workflows und Module erhöhen den langfristigen Nutzen.
ImplementierungsaufwandWie aufwendig ist Einführung, Migration und Schulung der Mitarbeiter?Ein strukturierter Rollout reduziert Risiken und beschleunigt den Produktivstart.
Performance und StabilitätWie zuverlässig und schnell arbeitet die Software im täglichen Einsatz?Gerade bei großen Projekten und vielen Nutzern entscheidend für Produktivität.
Reporting und AuswertungenBietet die Software aussagekräftige Reports und Dashboards für Projekte und Ressourcen?Transparenz ist entscheidend für fundierte Entscheidungen und Controlling.
Mobiler ZugriffKann die Software auch mobil (App oder Browser) genutzt werden?Wichtig für verteilte Teams und flexibles Arbeiten.
Anbieter-Seriosität und ReferenzenVerfügt der Anbieter über Referenzen, Erfahrung und stabile Marktposition?Kundenbewertungen und Referenzprojekte geben zusätzliche Sicherheit.
ZukunftssicherheitWird die Software kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst?Regelmäßige Updates und Innovationen sichern langfristige Nutzbarkeit.

Schritt 2: Anforderungen der Anwender einbeziehen

Neben technischen und geschäftlichen Anforderungen sind es oft die alltäglichen Bedürfnisse der Anwender, die über Erfolg oder Misserfolg der Softwareauswahl entscheiden. Um den gewünschten Funktionsumfang näher zu bestimmen, sollten Sie im nächsten Schritt sämtliche Teammitglieder, Projektmanager und Stakeholder befragen, die künftig mit der Software arbeiten. Jeder Beteiligte soll aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen rekapitulieren, welche Prozesse in welcher Form abgebildet und automatisiert werden sollten. Fragen Sie gezielt nach Pain Points und Wünschen an eine ideale Lösung. Diese Anforderungen können die Anwender als User Story einbringen.

Zu klären sind dabei Fragen wie folgende:

  • Welche Funktionen fürs agile Projektmanagement sollten enthalten sein (z. B. Scrum inklusive Sprint-Planungstools, Kanban-Board)?
  • Wie tiefgreifend sind die Anforderungen an ein in Tool integriertes Dokumentenmanagementsystem?
  • Soll die Abrechnung und Rechnungserstellung aus der PMS erfolgen?
  • Welche Möglichkeiten zur Zeiterfassung soll das Produkt enthalten?
  • Ist ein Projektportfoliomanagement (PPM) sinnvoll?
  • Welche Integrationen und Schnittstellen zu anderen Programmen und Tools sind notwendig?
  • In welchem Umfang sollen Kunden, externe Mitarbeiter oder Teams von Dienstleistern in die Projektarbeit und damit auch die Softwarenutzung eingebunden werden?

Ein bewährtes Mittel ist die Erstellung von User Storys: "Als Projektleiter möchte ich eine einfache Möglichkeit, den Projektfortschritt in Echtzeit zu verfolgen, um Engpässe frühzeitig zu erkennen." Solche konkreten Anwendungsfälle helfen, den Funktionsumfang klar zu definieren und spätere Enttäuschungen zu vermeiden. Auch Personas können helfen, verschiedene Nutzergruppen mit ihren spezifischen Bedürfnissen besser zu berücksichtigen.

Schritt 3: Servicemodell und Vertragsform für Ihre Projektmanagement-Software festlegen

Wer eine Projektmanagement-Software auswählen will, sollte neben Funktionen auch Servicemodell, Vertragsform, Datenschutz und langfristige Betriebskosten bewerten. Die Wahl des richtigen Servicemodells hat weitreichende Auswirkungen auf Sicherheit, Kosten und Flexibilität. Neben SaaS- und On-Premise-Modellen gibt es hybride Ansätze, die Vorteile beider Welten kombinieren. Klären Sie:

  • On-Premise oder Cloud? Möchten Sie eine Software lokal hosten oder eine SaaS-Lösung nutzen?
  • Datenschutz & Sicherheit: Erfüllt die Software DSGVO-Anforderungen? Unter welcher Jurisdiktion befinden sich die Server?
  • Kostenmodelle: Einmalige Lizenzgebühr oder Abo-Modell?
  • Support & Schulung: Gibt es einen deutschsprachigen Support? Werden Schulungen angeboten?

Viele Anbieter vertreiben Ihre PMS als Cloud- oder Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) an. Bei diesem Konzept erwerben Sie meist im Abonnement-Modell zeitlich begrenzte Nutzungsrechte. Sie greifen über einen Internetbrowser auf webbasierte Projektmanagement-Software zu. Eine Installation ist nicht nötig, denn die Daten werden auf der Remote-Hardware des Herstellers gespeichert. Dadurch haben alle Beteiligten mit entsprechenden Rechten Zugriff auf die Daten.

Erwerben Sie eine PM-Software nach dem On-Premise-Lizenzkaufmodell gegen eine einmalige Zahlung wird Sie lokal in ihrem Firmen-Computer installiert. Die Datenhoheit liegt allein bei Ihnen, doch sollten Sie über eine entsprechende Serverinfrastruktur und die technischen Voraussetzungen verfügen.

Viele Softwarehersteller bieten beide Varianten an. Ziehen Sie an dieser Stelle die Expertise Ihrer IT-Abteilung oder eines externen IT-Fachkundigen hinzu.

Sollten Sie im Modell Ihrer Wahl Daten – vor allem sensible Kundendaten – durch den Softwareanbieter hosten lassen, informieren Sie sich vorab, wo der Anbieter seine Server unterhält. Achten Sie darauf, dass sich der Serverstandort in Deutschland oder zumindest innerhalb der EU befindet. Die Software sollte den Anforderungen der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) und des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) genügen. Wenn Sie sich so gut wie möglich absichern möchten, achten Sie darauf, dass der Softwareanbieter nach ISO 27001 über ein zertifiziertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) verfügt.

Wichtig sind zudem Aspekte wie Skalierbarkeit, individuelle Anpassungsmöglichkeiten und Supportoptionen

Achten Sie darauf, ob der Anbieter ein Migrationskonzept bietet, falls Sie später von einer On-Premise-Lösung in die Cloud wechseln möchten oder umgekehrt. 

Berücksichtigen Sie dabei auch Datenschutzrichtlinien und Compliance-Anforderungen, insbesondere wenn Sie mit sensiblen Daten arbeiten. 

Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die Lizenzkosten, sondern die gesamten Betriebskosten über mehrere Jahre hinweg.

Tipp: Lastenheft erstellen

Die Ergebnisse der ersten drei Schritte sollten Sie in einem konkreten Anforderungskatalog bzw. Lastenheft festhalten, der einerseits gewünschte Features, Funktionen, Ansichten und Anforderungen aller späteren Anwender und andererseits die technischen Anforderungen an die Software beinhaltet. Dieser Katalog legt ihr Ziel fest und ist die Grundlage der folgenden Projektmanagement-Software-Evaluierung.

Schritt 4: Den Markt sondieren und geeignete Projektmanagement-Software vergleichen

Nun können Sie sich gut vorbereitet und furchtlos in den Anbieterdschungel wagen und Projektmanagement-Software systematisch auswählen. Neben bekannten Marken gibt es zahlreiche spezialisierte Anbieter, die auf bestimmte Branchen oder Unternehmensgrößen zugeschnitten sind. Nutzen Sie gezielt Branchenverzeichnisse und Fachportale, um sich einen Überblick zu verschaffen. Jedoch sollten Sie auch nicht ohne vorherige Planung die Suchmaschine anwerfen. 

Folgende Vorgehensweisen haben sich als besonders praktikabel erwiesen:

 Recherchieren Sie in Projektmanagement-Software-Tests. Beachten Sie dabei, dass es sich bei Software-Vergleichen und manchmal sogar bei so titulierten „Tests“ in vielen Fällen um Affiliate-Partnerschaften handelt, in denen die bestbewerteten Produkte für ein gutes Review und Ranking bezahlen. Besser eignen sich Zeitschriften und Fachmagazine oder renommierte Seiten, auf denen neben objektiv verfassten Produktreviews auch zahlreiche geprüfte Bewertungen durch Anwender abgegeben werden können, beispielsweise das projektmagazin und Projektmanagement Aktuell des Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM). Auch unabhängige Software-Assesments wie jenes von Le Bihan oder Softwarebesprechungen von Experten sind ergiebige und vertrauenswürdige Quellen. Eine ergiebige Ressource sind zudem Software-Plattformen wie OMR, Softguide, Capterra oder Gartner Peer Insights.
 Hören Sie sich auf Fachmessen, bei Branchenevents, auf Branchenportalen oder in branchenspezifischen Gruppen in sozialen Business-Netzwerken wie LinkedIn um, welche Projektmanagementprogramme Ihre Wettbewerber verwenden. Branchenspezifische Lösungen könnten eventuell auch für Ihre Arbeit und Ihre Art von Aufgaben von Vorteil sein. Vertrauenswürdige Software-Anbieter listen Referenzen von Anwendern, die Sie kontaktieren können, um Erfahrungsberichte aus erster Hand zu erhalten.
 Ziehen Sie ergänzend Empfehlungen aus Suchmaschinen oder KI-gestützten Chatbots wie ChatGPT hinzu. Informieren Sie sich dabei spezifisch und suchen Sie nicht nur nach „Projektmanagement Software“, sondern präzisieren Sie Ihre Anfrage und suchen Sie beispielsweise nach „Projektmanagementsoftware Baugewerbe“, „Projektmanagementsoftware Agentur“ oder “Projektmanagement Software aus Deutschland”. Auch die Suche nach einem Funktionsschwerpunkt kann sich lohnen, z.B. „Projektmanagement Software Zeiterfassung“ oder „Projektcontrolling Software“. In KI-basierten Sprachmodellen können Sie sogar ihre gesamten Anforderungen eingeben und um Vorschläge für 10 geeignete Softwarelösungen bitten. Bedenken Sie aber: Die KI bezieht ihre Informationen vor allem von den Seiten der jeweiligen Anbieter und Portalen und empfiehlt daher eher Lösungen, die breit beworben werden und möglichst breit auf Portalen etc. vertreten sind. "Hidden Gems” finden sie so eventuell nicht oder nur nach mehrmaliger Nachfrage und Spezifizierung.

Einen ersten Einstieg zur Orientierung finden Sie auch in unserem Projektmanagement-Software-Vergleich der 15 besten und beliebtesten Projektmanagement-Tools. Sammeln Sie zunächst Namen möglicher PM-Programme und erstellen Sie eine Liste. Danach können Sie sich auf den Websites der Softwareanbieter informieren, welche Funktionen und Anforderungen das jeweilige Produkt abdeckt. Nehmen Sie Ihren zuvor formulierten Anforderungskatalog als Grundlage, um jede Software nach diesem Schema systematisch „abzuklopfen“.

Ziel der Marktsondierung ist nicht, möglichst viele Tools zu sammeln, sondern eine belastbare Shortlist mit realistisch passenden Lösungen zu erstellen.

Tipp: Nicht zu früh Kompromisse eingehen

Streichen Sie bei der Auswahl der Projektmanagement-Software rigoros all jene Produkte von der Liste, die nicht sämtliche Teilbereiche abdecken, die Sie benötigen. Fehlt eine geforderte Funktionalität komplett, lohnt es sich nicht, sich weiter mit einem PM-Software-Anbieter zu beschäftigen. Für die Shortlist sollten nur Anbieter berücksichtigt werden, die Ihre Must-have-Anforderungen vollständig erfüllen, wirtschaftlich in Frage kommen und im Praxistest überzeugen.

Achten Sie bei Tests und Vergleichen auf unabhängige Bewertungen. Eine direkte Kontaktaufnahme mit Unternehmen, die ähnliche Anforderungen haben, kann wertvolle Einblicke geben. Seriöse Anbieter nennen Referenzkunden, zu denen Sie durchaus direkten Kontakt aufnehmen können. Vergessen Sie nicht, Erfahrungsberichte von echten Nutzern in Foren oder sozialen Netzwerken zu lesen. Führen Sie eine Shortlist von Anbietern, die Ihre Kernanforderungen erfüllen, und stellen Sie sicher, dass diese in Ihr Budget passen.

Fehlt bei einem Anbieter eine erwünschte Information, können Sie die Gelegenheit gleich nutzen, um die Servicehotline und Beratungskompetenz des Providers zu testen. Sieben Sie nach dieser ersten Software-Evaluierung die Projektmanagementprogramme aus, die Ihre Voraussetzungen an Funktion und Usability nicht erfüllen. Die drei bis fünf am besten passenden Projektmanagement-Software-Lösungen bleiben auf Ihrer Shortlist.

Schritt 5: Anbieterpräsentationen nutzen, um Projektmanagement-Software gezielt auszuwählen

Nun wird es endlich praktisch: Vereinbaren Sie je eine Softwarepräsentation bei den Herstellern und lassen Sie sich die Softwareprodukte vorführen. Ein wichtiger Aspekt bei der Softwarebewertung ist die Benutzerfreundlichkeit. Eine ansprechende Oberfläche allein reicht nicht aus – die Navigation sollte intuitiv sein, Workflows dürfen nicht unnötig kompliziert sein. Es ist ratsam, eine Präsentation im Team zu besuchen und vorab Fragen zu formulieren. Gehen Sie bei jeder Softwarepräsentation gezielt auf die Punkte in Ihrem Anforderungskatalog ein, die

Sie nicht einwandfrei anhand der Informationen auf der Website klären konnten.

Ihnen besonders wichtig sind.

hinsichtlich der Navigation oder Usability interessant sind.

Lassen Sie sich in Live-Demos durch die Software führen und stellen Sie konkrete Fragen zu Ihren Anwendungsfällen. Führen Sie Tests mit realistischen Daten durch, um herauszufinden, ob die Software Ihre Anforderungen im Tagesgeschäft tatsächlich erfüllt. Bewerten Sie auch, wie gut der Anbieter auf individuelle Fragen eingeht und ob Anpassungen möglich sind. Sieben Sie danach weiter aus und streichen Sie die Produkte, die Sie bezüglich des Designs, der Usability oder hinsichtlich der Navigation nicht überzeugen konnten. Nach Präsentationen und erster Bewertung sollte Ihre Auswahl an Projektmanagement-Software auf zwei bis drei realistisch passende Lösungen reduziert sein.

Schritt 6: Hands-on – Projektmanagement-Software im Praxistest bewerten

Begehen Sie nicht den Fehler, indem Sie vorschnell eine Projektmanagement-Software auswählen, die Sie nur anhand der Funktionsbeschreibung und im Rahmen einer Präsentation kennengelernt haben. Natürlich kennen die Vertriebsmitarbeiter der Hersteller die Schwächen Ihrer Tools genau und konzentrieren sich bei jeder Präsentation darauf, nur die Stärken ihrer Software hervorzuheben.

Um die Nutzerfreundlichkeit einer Software wirklich beurteilen zu können, müssen Sie selbst Hand anlegen: Auf zum Projektmanagement-Software-Test! Bestehen Sie darauf, dass möglichst viele Ihrer Mitarbeiter Gelegenheit erhalten, die Software in sämtlichen Bereichen zu prüfen. Je länger der Testzeitraum, desto besser. Jeder Test-Anwender sollte mehrfach all die Aktionen durchführen, die er später im täglichen Gebrauch auch vollziehen würde.

Achten Sie dabei besonders auf die Kriterien, die im späteren Tagesgeschäft über Akzeptanz oder Ablehnung entscheiden: 

Bedienbarkeit

Geschwindigkeit/ Performance

Transparenz

Integrationsfähigkeit

Stabilität 

Auch der Support kann in dieser Phase getestet werden: Wie schnell reagiert der Anbieter auf Anfragen? Gibt es eine Community oder ein umfangreiches Hilfecenter? Gibt es vielleicht einen gut erreichbaren persönlichen Kundenbetreuer? 

Ein strukturierter Feedbackprozess hilft, alle relevanten Meinungen einzusammeln und fundierte Entscheidungen zu treffen. Lassen Sie jeden Test-Anwender die Usability am Ende der Testperiode nach einem zuvor festgelegten, standardisierten Bewertungssystem beurteilen. Es bietet sich eine Bewertungsskala im Bereich von -3 bis +3 oder -5 bis +5, jeweils mit ergänzenden Kommentaren an. Die in den Minusbereich reichenden Skalen ermöglichen den Testern, aktiv Ablehnung oder Enthaltung bezüglich eines Aspekts auszudrücken, was ein Schulnotensystem von 1-6 oder eine Punkteskala von 1-10 nicht ermöglicht. Können sich einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen mit der Bedienung einzelner Module oder Funktionsbereiche gar nicht anfreunden, wird die Software dauerhaft auf geringe Akzeptanz oder sogar Widerstand stoßen und eignet sich nicht für Ihre Anforderungen.

Werten Sie die Ergebnisse anschließend aus und vergessen Sie dabei nicht, eine entsprechende Gewichtung vorzunehmen. Führt eine Software zwar im Gesamtdurchschnitt der Bewertungen, aber wurde gleichzeitig eine Schlüsselfunktion von allen Testern im Minusbereich bewertet, sollten Sie sie dennoch von der Liste streichen. Besteht keine der PMS in der engeren Auswahl den Usability-Test, sollten Sie zu Schritt 4 zurückkehren.

Schritt 7: Angebote einholen und Projektmanagement-Software wirtschaftlich vergleichen

Wenn Ihre Shortlist steht, sollten Sie Angebote einholen, um die in Frage kommende Projektmanagement-Software auch wirtschaftlich belastbar zu vergleichen. Bereits parallel zu Schritt 6 können Sie also Angebote von den verschiedenen Anbietern anfordern. Spielen Sie mit offenen Karten und lassen Sie die Vertriebsmitarbeiter ruhig wissen, dass Sie noch weitere Produkte testen und welche Produkte Sie testen. Aufgrund des breitgefächerten Angebots werden sich die Anbieter vermutlich um Sie bemühen und auch Ihre Anforderungen und Bedürfnisse besser kennenlernen wollen. So können Sie sicherlich das ein oder andere Goodie oder Zusatzmodul vergünstigt abstauben.

Verhandeln Sie nicht nur den Preis, sondern auch die enthaltenen Leistungen. Klären Sie Fragen zu Updates, Service-Level-Agreements und eventuellen versteckten Kosten. Einige Anbieter gewähren Rabatte für langfristige Verträge oder gemeinnützige Organisationen. Prüfen Sie, ob Zusatzleistungen wie Schulungen oder Onboarding-Workshops enthalten sind. Vergleichen Sie nicht nur die Kosten, sondern auch den langfristigen Mehrwert der Lösung.

Fordern Sie mit dem Angebot gleich eine Information darüber an, wie lange die Implementierung der Projektmanagement-Software und Schulung sämtlicher Mitarbeiter dauern wird und ab wann das Projektteam beginnen kann, mit der Software zu arbeiten.

Schritt 8: Vertrag prüfen und die Auswahl der Projektmanagement-Software absichern

Bevor Sie sich final für eine Projektmanagement-Software entscheiden, sollten Sie Vertrag, SLA, Datenschutzregelungen und Supportleistungen detailliert prüfen. Ein transparenter Vertrag schafft Sicherheit und vermeidet spätere Unklarheiten.

Beziehen Sie in die finale Entscheidung diejenigen Personen ein, die am intensivsten mit der Software arbeiten werden – höchstwahrscheinlich die Projektmanager – und achten Sie nicht nur auf den Einführungspreis. Scheinbar besonders günstige Anbieter warten nämlich mitunter mit versteckten Kosten auf, beispielsweise für den Support. Der Preis sollte in keinem Fall das alleinige Entscheidungskriterium sein!

Prüfen Sie außerdem, wie Datenexport, Kündigung und ein möglicher Anbieterwechsel geregelt sind.

Je nachdem, ob Sie sich für einen Lizenzkauf oder ein SaaS-Modell entschieden haben, werden Sie einen Kaufvertrag oder Mietvertrag abschließen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, den Vertrag zu studieren und prüfen zu lassen. Halten Sie detaillierte technische Anforderungen wie Verfügbarkeiten, Verantwortlichkeiten, Servicezeiten, Reaktionszeiten, Erreichbarkeiten des Supports etc. in einem separaten Service Level Agreement (SLA) fest.

Falls möglich, lassen Sie sich von einem juristischen Experten beraten, um sicherzustellen, dass keine nachteiligen Klauseln enthalten sind. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere Aspekte wie Datenmigration bei Anbieterwechsel und langfristige Wartungskosten.

Schritt 9: Einführung vorbereiten, nachdem Sie die Projektmanagement-Software ausgewählt haben

Nachdem Sie Ihre Projektmanagement-Software ausgewählt haben und die Tinte getrocknet ist, sollten Sie sich bemühen, Ihre Mitarbeiter mitzunehmen und Sie auf die anstehende Softwareeinführung vorzubereiten. Die beste Software nützt nichts, wenn die Mitarbeiter sie nicht akzeptieren. Investieren Sie in Schulungen, Webinare und eine klare Kommunikationsstrategie, um alle Beteiligten mit ins Boot zu holen. Vereinbaren Sie Einführungsveranstaltungen und Anwenderschulungen vor Ort, sodass sich Ihr ganzes Team oder zumindest einige Anwender frühzeitig bereit fühlen, mit der neuen Projektmanagement-Software zu arbeiten. Zwar ist die eigentliche Einführung der Software ein eigenes Projekt, doch ist der Übergang zur Auswahl der Projektmanagement-Software fließend.

Informieren Sie daher Ihre Mitarbeiter über Ihre Arbeit und die Fortschritte des Auswahlprozesses so transparent wie möglich. Behalten Sie dabei ein offenes Ohr und ermutigen Sie Mitarbeiter dazu, sich auch kritisch zu äußern. So schaffen Sie eine Vertrauensbasis, damit auch Probleme bei der Einarbeitung offen zur Sprache kommen.

Tipp: Begleiten Sie den Wandel

Die Auswahl und Einführung einer umfassenden Softwarelösung, wie sie die Auswahl von Projektmanagement-Software darstellt, bringt für Ihre Mitarbeiter viele mehr oder minder tiefgreifende Eingriffe in ihre Arbeitsweisen oder sogar ihre Rollen im Unternehmen mit sich. Begleiten Sie den gesamten Prozess daher nicht erst ab der Einführung, sondern bereits ab der Auswahl der Projektmanagement-Software eng flankierenden Maßnahmen des Change-Management.

Suchen und halten Sie den Kontakt mit den Anwenderberatern Ihres neuen Projektmanagement-Software-Anbieters. Idealerweise entwerfen Sie gemeinsam in enger Abstimmung eine auf Ihr Unternehmen angepasste Einführungsstrategie und schaffen so weitere Akzeptanz für die neue Software. Legen Sie klare Verantwortlichkeiten für das kommende Einführungsprojekt fest und führen Sie eine Testphase mit einer Pilotgruppe durch. Sammeln Sie Feedback und optimieren Sie Prozesse, bevor die Software unternehmensweit ausgerollt wird. Nutzen Sie Change-Management-Strategien, um die Akzeptanz nachhaltig zu sichern.

Nathalie Buser, Head Data Management & Statistics, Lindenhof Forschungszentrum, Bern, Schweiz

"Projektron BCS wurde aus über 50 Softwares evaluiert. Unser Forschungszentrum ist sehr preissensitiv und Projektron BCS besitzt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Einarbeitung und Einrichtung der Software hat sehr gut funktioniert und konnte an unsere Prozesse und Anforderungen angepasst werden. Wir sparen viel Zeit im Controlling, da keine Zahlen mehr zusammengetragen werden müssen. Auch die Ressourcenplanung wird für uns sehr wichtig sein, um neue Projekte besser verteilen zu können und Überlastungen zu vermeiden. Die neue Software wurde von den Mitarbeitenden schnell und unkompliziert angenommen."

FAQ Projektmanagement-Software auswählen

Wie gehe ich bei der Auswahl einer Projektmanagement-Software vor?

Wie gehe ich bei der Auswahl einer Projektmanagement-Software vor?

Die Auswahl einer Projektmanagement-Software sollte in mehreren Schritten erfolgen: Bedarfsanalyse, Erfassung der Anwenderanforderungen, Definition technischer und wirtschaftlicher Kriterien, Marktvergleich, Anbieterpräsentationen, Praxistest, Angebotsvergleich, Vertragsprüfung und Vorbereitung der Einführung.

Welche Kriterien sind wichtig, wenn ich Projektmanagement-Software auswählen möchte?

Welche Kriterien sind wichtig, wenn ich Projektmanagement-Software auswählen möchte?

Wichtige Kriterien sind Funktionsumfang, Benutzerfreundlichkeit, Integrationen, Skalierbarkeit, Datenschutz, Support, Kostenmodell, Implementierungsaufwand und Akzeptanz bei den späteren Anwendern.

Wie viele Tools sollte ich in die engere Auswahl nehmen?

Wie viele Tools sollte ich in die engere Auswahl nehmen?

In der Praxis hat es sich bewährt, zunächst eine größere Longlist zu erstellen und diese dann auf drei bis fünf Lösungen für Präsentationen und zwei bis drei Lösungen für den Praxistest zu reduzieren.

Sollte ich Projektmanagement-Software nur anhand von Demos auswählen?

Sollte ich Projektmanagement-Software nur anhand von Demos auswählen?

Nein. Eine Demo ist nur ein erster Eindruck. Projektmanagement-Software sollte zusätzlich mit realistischen Anwendungsfällen und echten Nutzern im Praxistest geprüft werden.

Was kostet Projektmanagement-Software?

Was kostet Projektmanagement-Software?

Die Kosten hängen vom Servicemodell, der Nutzerzahl, dem Funktionsumfang, Integrationen, Support und Implementierungsaufwand ab. Wichtig ist nicht nur der Einstiegspreis, sondern die Gesamtkosten über mehrere Jahre.

Welche Rolle spielt die spätere Einführung bei der Softwareauswahl?

Welche Rolle spielt die spätere Einführung bei der Softwareauswahl?

Schon bei der Auswahl sollten Schulung, Change-Management, Datenmigration, interne Verantwortlichkeiten und Akzeptanz im Team berücksichtigt werden. Eine gute Software scheitert häufig nicht an Funktionen, sondern an der Einführung.

Fazit – so gelingt Ihr Projekt „Auswahl Projektmanagement-Software"

Die Auswahl einer Projektmanagement-Software ist kein Schnellschuss, sondern ein strategischer Entscheidungsprozess. Wenn Sie Anforderungen sauber definieren, Anbieter strukturiert vergleichen, Praxistests durchführen und wirtschaftliche sowie vertragliche Kriterien berücksichtigen, finden Sie eine Lösung, die langfristig zu Ihrer Organisation passt.

Entscheidend ist nicht, welche Software am meisten verspricht, sondern welche Ihre Prozesse, Nutzeranforderungen und Wachstumsziele am besten unterstützt. Wer Projektmanagement-Software strukturiert auswählt, reduziert Fehlentscheidungen, erhöht die Akzeptanz im Team und schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Einführung.

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Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Auswahl der passenden Projektmanagement-Software und für alle künftigen Projekte!

Über den Autor

Wie alle anderen Abteilungen der Projektron GmbH, nutzt auch das Marketing die Möglichkeiten von Projektmanagement-Software, um Projekte effizient umzusetzen. Kai Sulkowski ist Redakteur in der Marketing-Abteilung und stets über aktuelle Entwicklungen und Neuerungen aus der Welt des Projektmanagements informiert.

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