15.01.2026 - Fachartikel
Warum Projekte scheitern – 9 häufige Gründe, 9 Lösungen
Wer kennt es nicht? Sie starten voller Elan und Zuversicht in ein neues Projekt. Die Planung ist bereits erfolgreich abgeschlossen, der Projektstart verlief hervorragend, alle Beteiligten sind voller Begeisterung und Tatendrang. Doch mit der Zeit beginnt die Stimmung und damit auch gleichzeitig das gesamte Projekt zu kippen. Arbeitsprozesse laufen unplanmäßig schief, die Kommunikation wird rauer und verworrener, die Zusammenarbeit hakt. Das Projekt droht zu scheitern. Die Gründe für das Scheitern eines Projekts können sehr vielfältig sein, doch finden sich immer wiederkehrende Probleme. Erfahren Sie, welche die häufigsten 9 Gründe für das Scheitern von Projekten sind und was Sie dagegen unternehmen können.

Warum scheitern Projekte?
Projekte scheitern aus den unterschiedlichsten Gründen – oft ist es kein einzelner Fehler, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Häufig fehlen eine klare Zieldefinition und eine gründliche Vorbereitung. Die Projektplanung ist unvollständig oder unrealistisch, Ressourcen sind unzureichend oder falsch eingeplant. Kommunikationsprobleme, unklare Verantwortlichkeiten und eine unpassende Organisationsform tragen ebenfalls dazu bei. Auch unvorhergesehene Risiken, mangelnde Unterstützung durch das Management oder Widerstände im Team können den Projekterfolg gefährden. Entscheidend ist, diese Stolpersteine frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Inhalt
Wann ist ein Projekt gescheitert?
Das Scheitern eines Projekts kann verschiedene Facetten haben. Generell ist ein Projekt gescheitert, wenn die definierten Projektziele verfehlt werden. Die härteste Form des Scheiterns eines Projekts ist der Projektabbruch.
Neben dem Projektabbruch kann auch eine größere Verzögerung des Projekts als Scheitern bezeichnet werden. Termine und das Einhalten des Zeitplans sind schließlich eine der Zieldimensionen eines Projekts („Magisches Dreieck im Projektmanagement“ mit den drei Zieldimensionen Zeit, Kosten und Leistung).
Das übermäßige Überschreiten des Projektbudgets und der im Kostenplan veranschlagten Kosten eines Projekts kann ebenfalls als Scheitern verstanden werden. Das Projekt wäre nicht mehr wirtschaftlich und würde das verfügbare Budget für andere Vorhaben in Gefahr bringen und weitere Projekte negativ beeinträchtigen.
Auch wenn die im Pflichtenheft vereinbarte Leistung nicht in vollem Umfang erbracht wird, beispielsweise, wenn Funktionen in Entwicklungsprojekten nicht realisiert werden können, ist das Projekt als gescheitert zu bezeichnen. Das entwickelte Produkt wäre damit nicht wie vorgesehen einsetzbar.

Hauptsache alle sind zufrieden! – Erfolg ist Definitionssache
Je nachdem, welche Zieldimension im Rahmen der Zieldefinition als für den Projekterfolg kritisch bewertet wird, kann auch ein Projekt als erfolgreich angesehen werden, das einzelne Faktoren nicht einhält. Kommt es beispielsweise zu einer erklärlichen und nachvollziehbaren Verzögerung des geplanten Projektabschlusses, sind aber alle Stakeholder mit dem der erbrachten Leistung überaus zufrieden, kann das Projekt immer noch als erfolgreich bewertet werden. Wie viel Spielraum hierbei eingeräumt wird, hängt stark von der Unterstützung des Management und der Kommunikation mit dem Auftraggeber ab.
Stakeholderzufriedenheit sticht in der Praxis oft das Nichteinhalten von Termin-, Budget- oder Leistungszielen.
Was sind die Folgen, wenn ein Projekt scheitert?
Die Folgen eines Projektabbruchs oder eines anderweitigen Scheiterns des Projekts können verheerend sein:
- Finanzielle VerlusteDazu zählen verschwendete Investitionen in Ressourcen, Zeit und Technologien.
- RessourcenverschwendungIn das gescheiterte Projekt investierte Arbeitszeit, Technologie und Materialien gehen verloren und mindern Effizienz sowie Rentabilität.
- ZeitverlustDies kann zu Verzögerungen bei anderen geplanten Aktivitäten oder Projekten führen.
- ReputationsverlustKunden, Investoren und andere Stakeholder verlieren Vertrauen in die Projektkompetenz des Unternehmens.
- MitarbeiterfrustrationDemotivation und Frustration können sich langfristig negativ auf Zufriedenheit und Engagement auswirken.
- Interne SpannungenSchuldzuweisungen und Konflikte beeinträchtigen Zusammenarbeit und Produktivität.
- Rechtliche KonsequenzenNicht erfüllte Verträge oder Schadenersatzforderungen können rechtliche Folgen nach sich ziehen.
Warum Projekte scheitern: 9 Gründe, 9 Lösungen
1. Grund fürs Projektscheitern: Schlechte oder mangelnde Projektvorbereitung
In vielen Fällen wird der Projektvorbereitungsphase nicht die gebührende Wichtigkeit beigemessen, sei es seitens der Geschäftsleitung, des Auftraggebers, des Projektleiters oder des Projektteams. In der Projektvorbereitungsphase wird nachgedacht, analysiert und diskutiert. Das Wichtigste: Es wird herausgearbeitet, warum das Projekt überhaupt durchgeführt werden soll. Es werden Anforderungen besprochen, mögliche Zusammenarbeitsmodelle abgestimmt und Erwartungen formuliert.
Gerade für Führungskräfte mag eine extensive Projektvorbereitung als wenig produktiv erscheinen. Daher wird sie oft dramatisch verkürzt oder bereits parallel mit der Planung oder sogar der Umsetzung begonnen. Viele Unternehmen stürzen sich direkt darauf, was umgesetzt werden muss und wie Herausforderungen zu bewältigen sind. Das Warum und die Akzeptanz aller Beteiligten bleibt oft auf der Strecke.
Fehlende Klarheit in Bezug auf die Ziele und Anforderungen des Projekts kann zu Unklarheiten und Missverständnissen führen, die das Projekt gefährden. Sind aber Ziele, Erwartungen und Anforderungen des Projekts nicht klar definiert, ist es schwierig, den Fortschritt des Projekts zu messen und sicherzustellen, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind.

Projektscheitern wegen mangelnder Projektvorbereitung vorbeugen
Eine gründliche Projektvorbereitung ist unerlässlich, wenn Sie Erfolg in Ihrem Projekt anstreben. Definieren Sie klare Ziele und Anforderungen, um Missverständnisse zu vermeiden. Identifizieren Sie Risiken frühzeitig und planen Sie Ressourcen effizient, um Budget und Zeit im Griff zu behalten. Entwickeln Sie einen klaren Kommunikationsplan für ein reibungsloses Team- und Stakeholder-Management. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Stakeholder, um erfolgreiche Zusammenarbeit sicherzustellen. Eine gut vorbereitete Entscheidungsfindung und die Förderung von Teammotivation sind weitere Vorteile.
2. Grund fürs Projektscheitern: Unpassende Projektorganisationsform
Die Wahl der richtigen Projektorganisationsform ist entscheidend für den Erfolg eines Projekts, da sie maßgeblich die Struktur, Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten beeinflusst. Klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten führen zu effizienterer Zusammenarbeit, während die klare Zuordnung von Entscheidungsbefugnissen Konflikte minimiert. Die Art der Organisationsform beeinflusst auch das Ressourcenmanagement, die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Anforderungen sowie die Motivation der Teammitglieder. Eine gut strukturierte Projektorganisationsform vermeidet Überlastung und ermöglicht eine effiziente Nutzung von Ressourcen.
Die falsche Wahl der Organisationsform kann zu schwerwiegenden Problemen führen und begünstigt viele der hier genannten Risiken fürs Projektscheitern, darunter Kommunikationsprobleme, Entscheidungsblockaden, unzureichende Ressourcenallokation, Konflikte, mangelnde Anpassungsfähigkeit und fehlende Identifikation mit dem Projekt. Diese Herausforderungen beeinträchtigen die Effizienz, Teamdynamik und Motivation, was kumulativ das Scheitern des Projekts begünstigt. Daher ist eine präzise Analyse der Projektparameter und eine fundierte Auswahl der Organisationsform entscheidend, um diese Risiken zu minimieren.

Projektscheitern wegen unpassender Organisationsform vorbeugen
Die Auswahl der passenden Organisationsform hängt von der Projektart, dem Umfang und den beteiligten Personen ab. Autonome, Matrix- und Stablinien-Projektorganisationen bieten verschiedene Vorzüge je nach Projektanforderungen. Entscheidende Faktoren für die Wahl sind die Projektgröße, Innovationsbedarf, Anzahl der Beteiligten, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Eine sorgfältige Analyse dieser Parameter ist entscheidend, um eine Organisationsform zu wählen, die zum erfolgreichen Projektablauf und zur Gesamtstrategie des Unternehmens beiträgt.
3. Grund fürs Projektscheitern: Unvollständige und unrealistische Planung
Ein wichtiger Faktor für den Projekterfolg ist eine gründliche Planung und die Einhaltung von Zeit- und Kostenrahmen. Wenn diese nicht realistisch sind oder wichtige Faktoren nicht berücksichtigt werden, kann es zu Verzögerungen und Mehrkosten kommen. Werden im Projektverlauf neue Anforderungen aufgenommen, führt dies unweigerlich ziemlich sicher zu einer Überschreitung von Zeit und/oder Budget.
Das Projektziel und der Project Scope, also ein gemeinsames Verständnis darüber, was im Rahmen des Projektes oder Inkrementes zu liefern ist, müssen bereits zu Beginn der Planungsphase bei der Erstellung des Projektstrukturplans vollständig erfasst und alle notwendigen Schritte entsprechend berücksichtigt werden. Der Umfang der zu liefernden Gegenstände oder Dienstleistungen orientiert sich immer am Projektziel und die einzelnen Maßnahmen und Funktionen werden innerhalb des Projektplans priorisiert.
Die Planung muss alle notwendigen Inhalte und Arbeitspakete beinhalten, die für die spätere Umsetzung erforderlich sind. Dabei ist es wichtig, jede kleine Teilaufgabe zu beachten. Eine Unterschätzung des Aufwands führt zu einem unrealistischen Zeitplan.

Projektscheitern wegen Planungsfehlern vorbeugen
Bei der Projektplanung ist es entscheidend, den Aufwand und die Kosten realistisch einzuschätzen. Analysieren Sie Anforderungen gründlich, bewerten Sie Risiken und nutzen Sie Erfahrungswerte. Für genaue Einschätzungen jeder Aufgabe sollten Sie Experten konsultieren und Puffer für Unvorhergesehenes einplanen. Bei Unsicherheiten in unbekannten Aufgabenbereichen ist es hilfreich, Personen aus diesem Bereich um ihre Einschätzung zu bitten. Diese transparente Kommunikation stärkt das Engagement der Mitarbeiter und fördert realistische Erwartungen. Ein ausgewogener Ansatz basierend auf klaren Analysen und Erfahrungswerten ist der Schlüssel zum erfolgreichen Projektmanagement.
4. Grund fürs Projektscheitern: Mangelnde Ressourcen und Ressourcenplanung
Mangelnde Ressourcen und eine unzureichende Ressourcenplanung stellen erhebliche Risiken für den Projekterfolg dar, da Budget, Personal, Zeit, Raum und Arbeitsmittel das Fundament eines jeden Projekts bilden. Überlastete Projektteams oder der Mangel an entscheidenden Ressourcen können die erfolgreiche Projektdurchführung erheblich beeinträchtigen. Es ist aber nicht nur wichtig, genügend Ressourcen bereitzustellen, sondern auch sicherzustellen, dass die richtigen Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt vorhanden sind.
Die größte Gefahr besteht darin, die Ressourcenauslastung falsch einzuschätzen. Häufig sind geplante Teammitglieder bereits durch andere Projekte oder Linientätigkeiten gebunden. Dies kann zu halbherziger Arbeit, unerledigten Aufgaben und erheblichen Verzögerungen führen. Eine schlechte Ressourcenplanung, die nicht klar definiert, welche Personen mit welchen Fähigkeiten zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Arbeitsumfang benötigt werden, ist dabei besonders problematisch.
Eine übermäßige Teamgröße führt nicht zwangsläufig zu einem besseren und schnelleren Output. Gruppendynamische Prozesse können zu Risiken werden, da das Team mehr mit internen Angelegenheiten beschäftigt ist, Konflikte leichter auftreten und die Pflege der Team-Dynamik zusätzliche Aufmerksamkeit und Zeit erfordert.

Projektscheitern wegen Ressourcenplanungsfehlern vorbeugen
Beugen Sie möglichen Problemen durch knappe Ressourcen und unzureichende Ressourcenplanung vor, indem Sie eine frühzeitige und genaue Vorschau der benötigten Ressourcen vornehmen. Überwachen Sie die Ressourcenauslastung während des Projekts kontinuierlich, um rechtzeitig Anpassungen vorzunehmen. Legen Sie besonderen Wert auf eine detaillierte Projektplanung mit klaren Definitionen der benötigten Ressourcen und Zeitrahmen. Fokussieren Sie sich auf die Auswahl weniger, dafür aber strategisch wichtiger Projekte. Das Projektportfoliomanagement bietet eine nützliche Methode, um die richtigen Projekte zu identifizieren und sich darauf zu konzentrieren.
5. Grund fürs Projektscheitern: Unzureichendes Risikomanagement
Es gibt erfahrungsgemäß kein Projekt, in dem alles bis ins letzte Detail nach Plan abläuft. Daher ist ein weiterer wichtiger Faktor für den Projekterfolg ein ausgereiftes Risikomanagement. Wenn Risiken nicht frühzeitig erkannt und adäquat behandelt werden, kann es zu unerwarteten Problemen kommen, die das Projekt gefährden. Mit ausgereiftem Risikomanagement und laufendem Projektcontrolling sind Sie auf diese Situationen jedoch bestens vorbereitet, erkennen Probleme bereits bevor Sie entstehen und haben die passenden Gegenmaßnahmen bereits fertig ausgearbeitet zur Hand.

Projektscheitern wegen mangelnden Risikomanagements vorbeugen
Identifizieren Sie potenzielle Risiken durch Brainstorming, Experteninterviews und die Analyse historischer Projekte. Bewertungskriterien wie Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen helfen bei der Priorisierung der Risiken. Erstellen Sie einen klaren Risikomanagementplan mit konkreten Maßnahmen zur Minimierung oder Vermeidung der Risiken. Regelmäßige Überwachung und Aktualisierung des Plans sind wichtig, um flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Kommunizieren Sie die identifizierten Risiken und den Risikomanagementplan transparent an alle Beteiligten. Dies gewährleistet ein gut informiertes Team und verbessert die Chancen auf ein erfolgreiches Projekt.
6. Grund fürs Projektscheitern: Fehlende Managementunterstützung
Fehlende Management-Unterstützung kann ein Projekt leicht ins Wanken bringen und letztendlich zum Scheitern führen. Je stärker das Management vom Projektnutzen überzeugt ist, desto eher wird es kritische Ressourcen zugunsten des Projekts freigeben. Das Management spielt schließlich eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Ressourcen, der Festlegung von Prioritäten und dem Schaffen einer unterstützenden Umgebung für das Projektteam.
Wenn jedoch die Führungsebene nicht vollständig hinter einem Projekt steht, können Unsicherheiten und Widerstände auf allen Ebenen entstehen. Es mangelt an klaren Richtlinien, Budgets könnten gekürzt werden, und die Motivation der Teammitglieder kann leiden. Im schlimmsten Fall weiß das Management nichts vom Projekt und das kleinste Hindernis im Projektverlauf sprengt die gesamte Projektplanung.
Ohne eine starke Unterstützung von oben wird es schwer, Hindernisse zu überwinden und das Projekt erfolgreich abzuschließen. Die Management-Unterstützung ist daher nicht nur ein Bonus, sondern eine entscheidende Voraussetzung für den Projekterfolg. Deutlich wird dies beispielsweise bei Softwareeinführungsprojekten, wo die Managementunterstützung als beeinflussbarer Unternehmensfaktor eine Schlüsselrolle in der Wahl der passenden Einführungsstrategie einnimmt.

Projektscheitern wegen fehlender Managementunterstützung abwenden
Um die Management-Unterstützung für ein Projekt sicherzustellen, ist klare Kommunikation über Ziele und Vorteile entscheidend. Erstellen Sie einen überzeugenden Business Case indem Sie den Projektnutzen in Bezug zu den Unternehmenszielen setzen, planen Sie realistisch Ressourcen, halten Sie das Management regelmäßig auf dem Laufenden und zeigen Sie Lösungsorientierung. Ein engagiertes und motiviertes Team sowie die Integration von Management-Feedback fördern das Vertrauen und den Projekterfolg.
7. Grund fürs Projektscheitern: Fehlende Führung und Kompetenzwirrwarr
Die Auswirkungen mangelnder Führung und unklarer Entscheidungskompetenzen auf den Projekterfolg können verheerend sein. Die schlechtesten Entscheidungen sind jene, die gar nicht erst getroffen werden, und dies führt oft zu einem Mangel an Richtung und Klarheit im Projektverlauf. Eine Ursache kann fehlende Erfahrung des Projektleiters sein. Eine fundierte theoretische Ausbildung nach den entsprechenden PM-Methoden (IPMA/GPM, PMI, Scrum etc.) ist Grundvoraussetzung, ersetzt jedoch nicht eine entsprechende Praxiserfahrung als Projektleiter in ähnlichen Projekten.
Die negativen Folgen sind besonders spürbar, wenn Entscheidungsfreudigkeit seitens der Führungskräfte fehlt. Verzögerungen werden wahrscheinlicher, und das Projekt kann sich in einem Zustand der Unsicherheit und Stagnation befinden. Mangelnde Führung und klare Entscheidungskompetenzen können zu einem Dominoeffekt führen, bei dem Teammitglieder unsicher sind, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, und die Effizienz erheblich beeinträchtigt wird.
Projektleiter und Teams, die nicht mit den erforderlichen Befugnissen und dem Vertrauen der Führungsebene ausgestattet sind, stehen vor einem erheblichen Handicap. Die Unfähigkeit, eigenständige Entscheidungen zu treffen, führt zu verpassten Chancen, schlechteren Ergebnissen und einer allgemeinen Unklarheit darüber, wie das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Projektscheitern wegen unklarer Rollen und Befugnisse vorbeugen
Um mangelnder Führung und unklaren Entscheidungskompetenzen vorzubeugen, sollten Sie proaktiv handeln. Fordern Sie klare Entscheidungsbefugnisse und Unterstützung ein, legen Sie im Rahmen der Projektorganisation klare Rollen und Verantwortlichkeiten fest, etablieren Sie einen klaren Kommunikationskanal und fördern Sie Entscheidungsfreudigkeit. Regelmäßige Überprüfung, Anpassung, Schulung und Entwicklung von Entscheidungsbefugten und Projektteammitgliedern tragen dazu bei, die Gefahr zu minimieren und die Grundlagen für einen erfolgreichen Projekterfolg zu stärken. Ist der Projektleiter selbst noch relativ unerfahren, ist es ratsam, das Projektteam mit erfahrenen Mitarbeitern zu besetzen.
8. Grund fürs Projektscheitern: Mangelnde Kommunikation und Zusammenarbeit
Kommunikationsprobleme, ob intern oder extern, treten in nahezu jedem Projekt auf. Sie können verschiedener Natur und unterschiedlichen Ausmaßes sein. Störungen in der Kommuniktaion, die dazu führen können, dass das Projekt scheitert, sind:
- Mangelnde Kommunikation im Projektteam: Wenn die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten nicht effektiv ist, können Missverständnisse und Fehler entstehen, die das Projekt gefährden.
- Fehlende Transparenz und rechtzeitige Information: Mangelnde Transparenz und verzögerte Weitergabe von Informationen können zu Problemen und Krisen führen. Wenn relevante Informationen nicht rechtzeitig weitergegeben werden, können Entscheidungen auf unsicherer Grundlage getroffen werden.
- Unterschätzung der Bedeutung der Kommunikation: Oftmals wird wenig Wert auf die Kommunikation gelegt, selbst wenn der Projektleiter methodisch-fachlich gut ausgebildet ist. Wichtige Stakeholder werden möglicherweise zu spät oder gar nicht ins Projekt eingebunden, und sie werden möglicherweise nicht regelmäßig über den Fortschritt informiert.
- Mangelndes Verständnis für die Involvierung der Stakeholder: Es kann ein Verständnismangel darüber herrschen, welche Personen in welcher Weise in das Projekt einbezogen werden sollten. Dies führt oft dazu, dass betroffene Personen sich ausgeschlossen fühlen.
Insgesamt deuten diese Probleme auf Defizite in der Kommunikationsstruktur hin, die den Informationsfluss beeinträchtigen und das Engagement der Stakeholder gefährden können.

Projektscheitern wegen Kommunikationsstörungen abwenden
Schaffen Sie als Projektleiter eine positive Arbeitsumgebung, in der sich alle Teammitglieder willkommen fühlen. Setzen Sie klare und erreichbare Projektziele, kommunizieren Sie regelmäßig offen und fördern Sie den Austausch von Informationen und Ideen. Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der alle Teammitglieder frei ihre Meinungen äußern können. Verteilen Sie Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar, um Missverständnisse zu vermeiden und stellen Sie sicher, dass alle Projektbeteiligten die gleiche Vision und Ziele verstehen. Organisieren Sie regelmäßige Feedback-Sessions, um den Projektfortschritt zu überprüfen und Probleme frühzeitig zu erkennen.
9. Grund fürs Projektscheitern: Fehlende Qualifikation
Ein entscheidender Faktor für den Projekterfolg ist die Qualifikation des Projektleiters und der Schlüsselmitarbeiter. Fehlen relevante Kenntnisse und Erfahrungen im Projektmanagement, können selbst kleine Herausforderungen zu großen Problemen werden. Typische Folgen sind unklare Prozesse, ineffiziente Planung, verzögerte Entscheidungen und Probleme bei Kommunikation oder Teamführung. Dies kann zu Projektverzögerungen, Budgetüberschreitungen und Leistungsmängeln führen.

Wichtig: Ein Zertifikat ist nicht alles!
Eine Zertifizierung oder ein formaler Nachweis von Qualifikation allein garantiert keinen Projekterfolg. Erfahrungswerte und Praxiswissen sind mindestens genauso entscheidend. Nicht jeder Mitarbeiter im Projekt muss top qualifiziert sein, aber Schlüsselpositionen sollten mit erfahrenen und kompetenten Personen besetzt werden, die in kritischen Situationen sicher entscheiden können.
Je nach eingesetztem Projektmanagement-Vorgehensmodell können die Anforderungen an Qualifikation stark variieren:
- IPMA / GPM: Betonung auf Kompetenzen in Führung, Teamarbeit, technischem Wissen und Methoden. Projektleiter sollten Erfahrung in vergleichbaren Projekten haben.
- PRINCE2: Starker Fokus auf prozessorientiertes Vorgehen, definierte Rollen und klare Struktur. Zertifizierte Projektleiter (PRINCE2 Foundation / Practitioner) verstehen die Methodik und Rollenverteilung, Erfahrung im Umgang mit Stakeholdern ist jedoch weiterhin entscheidend.
- PMI / PMP: Fokus auf Prozessstandards, Projektplanung, Risiko- und Qualitätsmanagement. Zertifizierung sichert Wissen über Best Practices, praktische Erfahrung bleibt für die Umsetzung entscheidend.
- Scrum / agile Methoden: Anforderungen an Projektleiter und Product Owner liegen stark auf Coaching, Moderation und Führung agiler Teams. Zertifikate wie Scrum Master oder Product Owner helfen, die Methodik korrekt anzuwenden, Praxis und Erfahrung im agilen Umfeld sind aber entscheidend.
Je komplexer oder kritischer das Projekt, desto höher sollte die Kombination aus formaler Qualifikation und praktischer Erfahrung sein.

Projektscheitern wegen mangelnder Qualifikation vorbeugen
Besetzen Sie Schlüsselrollen mit erfahrenen und gegebenenfalls zertifizierten Projektleitern oder Fachkräften. Wählen Sie Qualifikationen passend zum eingesetzten Vorgehensmodell (IPMA, PRINCE2, PMI, Scrum etc.). Kombinieren Sie Zertifikate mit Praxiserfahrung, um Entscheidungen fundiert treffen und Risiken früh erkennen zu können. Nicht jeder Mitarbeiter muss top qualifiziert sein, aber die Verantwortlichen in kritischen Bereichen sollten ausreichend Wissen und Erfahrung haben.
Scheitern des Projekts von Beginn verhindern mit Projektmanagement-Software
Allen neun genannten Problemen, die zum Scheitern von Projekten führen können – sei es schlechte Projektvorbereitung, unvollständige Planung, mangelnde Ressourcenplanung, unzureichendes Risikomanagement, mangelnde Führung, Kommunikationsprobleme oder Qualifikations- und Skillmanagement – können Sie durch den Einsatz einer Projektmanagement-Software effektiv vorbeugen.
Eine All-in-one-Softwarelösung für Ihr Projektmanagement und darüber hinaus ist die Business Coordination Software BCS von Projektron. Sie hält all die Funktionen bereit, die Sie benötigen, um Ihr Projekt von Beginn auf die Erfolgsspur zu setzen. Hier sind einige Aspekte, wie BCS Ihnen hilft, die Fallstricke zu umgehen:
- Effiziente Projektvorbereitung BCS unterstützt eine strukturierte und umfassende Projektvorbereitung. Ziele lassen sich klar definieren, Anforderungen präzise festlegen sowie interne und externe Zusammenarbeitsmodelle koordinieren.
- Realistische Projektplanung Mit vielfältigen Planungstools und Assistenten für die Projektplanung nach allen gängigen Projektmanagement-Methoden unterstützt BCS auch unerfahrene Projektleiter bei der detaillierten Planung – inklusive realistischer Schätzung von Aufwand und Kosten. Durch die Analyse von Anforderungen, Bewertung von Risiken und Integration von Expertenmeinungen wird eine präzisere Projektplanung ermöglicht.
- Effektive Ressourcenplanung BCS stellt sicher, dass die richtigen Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind. Durch frühzeitige und präzise Prognosen sowie kontinuierliche Überwachung lassen sich Engpässe und Überlastungen vermeiden.
- Umfassendes Risikomanagement BCS ermöglicht die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken und unterstützt die Erstellung klarer Risikomanagementpläne mit konkreten Maßnahmen zur Minimierung oder Vermeidung von Risiken.
- Klare Führung und Entscheidungskompetenzen BCS schafft Transparenz in Bezug auf Rollen und Verantwortlichkeiten. Klare Entscheidungsbefugnisse werden unterstützt und die Entscheidungsfreudigkeit durch strukturierte Kommunikation und effektive Zusammenarbeit gefördert.
- Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit Die Software bietet Funktionen für eine effektive Kommunikation im Projektteam. Sie ermöglicht den transparenten Informationsaustausch, fördert den Ideentransfer und schafft eine positive Arbeitsumgebung, die die Zusammenarbeit stärkt.

Martin Pfäffli, IT-Services & Leiter Applikationen, Stämpfli AG
„Zu den wichtigsten Funktionen, die wir derzeit nutzen, gehört die Projektplanung und -abwicklung. Mit BCS können wir Projekte von Anfang bis Ende durchführen, Aufgaben delegieren und Personen und Teams einplanen. Dies hilft uns sicherzustellen, dass wir immer genügend Personal für unsere Projekte zur Verfügung haben. Wir können auch die Auslastung unserer Mitarbeiter kontrollieren und Engpässe und Überlastungen vermeiden.“

Praktischer Tipp für den Projekterfolg
Ein häufiger Teil des Projekterfolgs liegt darin, kleine Probleme früh zu erkennen und zu lösen, bevor sie zum größer werden. Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit, den Fortschritt des Teams zu überprüfen und einzelne Arbeiten zu besprechen. Ein Tool für die übersichtliche Aufgabenverwaltung zentral an einem Ort kann hierbei enorm helfen, damit kein Arbeitspaket verloren geht.
Beispiel: Planen Sie wöchentliche Mini-Meetings ein, in denen jeder kurz berichtet, wo er gerade steht. Eben diese kurzen Updates helfen, ein Problem sofort zu erkennen und gemeinsam zu lösen, statt es erst mal zu spät zu bemerken. So vermeiden Sie Verzögerungen und sorgen dafür, dass das Projektteam motiviert bleibt und reibungslos zusammenarbeitet.
Tipp: Notieren Sie erkannte Probleme direkt im Projekt-Tool und weisen Sie Verantwortlichkeiten klar zu. So wird die Lösung planbar und nachvollziehbar für alle Beteiligten.
Wenn die Rettung zu spät kommt: Projekt scheitern lassen
Ein erfolgreiches Projektmanagement erfordert nicht nur die Fähigkeit, Projekte zu steuern und vor dem Scheitern zu bewahren sondern auch die Weitsicht, sie gezielt abzubrechen, wenn ein Scheitern unabwendbar ist. Wann dieser kritische Punkt erreicht ist und wie eine effektive Exit-Strategie aussehen kann, wird in den folgenden Abschnitten beleuchtet.
Wann ist es sinnvoll, ein Projekt scheitern zu lassen?
Ein Projekt als gescheitert zu betrachten, sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn alle Rettungsversuche erfolglos waren und die ersten Anzeichen des Scheiterns bereits mehrere Wochen vor dem endgültigen Zusammenbruch erkennbar sind.

Wenn die Stimmung im Projektteam sinkt, und die Mitarbeiter versuchen, sich vor den drohenden Problemen zu schützen, ist es möglicherweise an der Zeit, das Scheitern des Projekts zu akzeptieren. Der Projektleiter sollte in diesem Fall eine tragbare "Exit-Strategie" entwickeln. Scheitern zu lassen ist zwar ein Extremfall, aber die Kontrolle über das Team zu behalten, erfordert exzellente Führungsqualitäten.
Was macht eine gute Exit-Strategie aus?
Eine gute Exit-Strategie ist entscheidend, um das Scheitern eines Projekts transparent und koordiniert zu gestalten. Selbst wenn das Scheitern unvermeidlich ist, wird von einer kompetenten Projektleitung erwartet, dass sie die Entwicklungen erkennt und im richtigen Moment die Reißleine zieht. Das bedeutet, transparent zu kommunizieren und rechtzeitig eine klare Exit-Strategie zu entwickeln. Ein Notfallplan sollte bereits in der Planungsphase erstellt werden, der klare Kriterien festlegt, wann das Projekt als gescheitert betrachtet wird.
Ursachenforschung und Maßnahmenpläne
Wenn das Projekt tatsächlich scheitert, ist es wichtig, im Team die Ursachen für den Misserfolg zu sammeln und zu bewerten. Das Management wird nach Erklärungen suchen, daher sollten Maßnahmenpläne und frühzeitige Warnungen dokumentiert sein. Die Meinungen im Team können auseinandergehen, deshalb ist eine klare Definition der Kriterien für das Scheitern wichtig.
Fazit: Scheitern verhindern, Projekterfolg sichern
Der erfolgreiche Start eines Projekts kann leicht in Problemen und Scheitern enden, wenn entscheidende Faktoren nicht berücksichtigt werden. Die Gründe für Projektscheitern sind vielfältig, von unzureichender Vorbereitung über unrealistische Planung bis hin zu entstehenden Ressourcenkonflikten und mangelnder Kommunikation. Die Auswirkungen sind verheerend, von finanziellen Verlusten über Zeitverlust bis hin zu einem Verlust des Vertrauens der Stakeholder.
Sehen wir uns die Gründe des Scheiterns genauer an, fällt auf: Projekte scheitern immer am Menschen. Um den Risiken vorzubeugen, ist eine sorgfältige Projektvorbereitung, realistische Planung, effektives Ressourcenmanagement, umfassendes Risikomanagement, klare Führung und Kommunikation entscheidend. Eine frühzeitige Identifikation und Lösung von Problemen kann den Projekterfolg sichern und unerwünschte Konsequenzen verhindern. Bei genau diesen Herausforderungen ist eine Projektmanagement-Software wie Projektron BCS von unschätzbarer Bedeutung, da sie neben den Tools zur Planung und Steuern alle Daten rund ums Projekt vorhält und dem Projektteam bei der Projektarbeit eine zentrale Informations-, Kollaborations- und Kommunikationsplattform bietet.

Über den Autor
Wie in allen anderen Abteilungen der Projektron GmbH, greift auch das Marketing täglich auf die Möglichkeiten von Projekteon BCS zur Unterstützung seiner Projekte und Arbeitsabläufe zurück. Nach Abschluss interner Projekte wird der Ablauf detailliert bewertet, Erkenntnisse festgehalten und Prozesse daten- und erfahrungsbasiert optimiert, um ein Scheitern von Projekten zu vermeiden. Als Redakteur in der Marketingabteilung ist Kai Sulkowski stets auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen und Neuerungen im Bereich Projektmanagement und Arbeitsorganisation.
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