27.05.2026 - Netzwerk
Zu viele Projekte, zu wenig Steuerung: Warum Multiprojektmanagement in der Verwaltung entscheidend wird
Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung scheitert selten an einzelnen Projekten, sondern häufig an fehlender Steuerbarkeit über das gesamte Projektportfolio hinweg. Im aktuellen Beitrag auf dem Blog der Verwaltung der Zukunft (VdZ) zeigen Kai Sulkowski und Jan Wallisser, warum Multiprojektmanagement zum zentralen Erfolgsfaktor moderner Verwaltungsorganisationen wird und welche Rolle integrierte Business Coordination Software dabei spielt.
Wenn nicht das Projekt das Problem ist, sondern das Portfolio
Viele Verwaltungen kennen die Situation: Einzelne Projekte wirken gut organisiert, Statusberichte stehen auf Grün und dennoch stockt die Umsetzung spürbar. Entscheidungen dauern länger, Ressourcen fehlen an mehreren Stellen gleichzeitig und Prioritäten verschieben sich laufend.
Der Beitrag von Kai Sulkowski und Jan Wallisser beschreibt ein Muster, das sich in vielen Organisationen im öffentlichen Sektor zeigt: Nicht das einzelne Projekt gerät zuerst außer Kontrolle, sondern die Gesamtheit paralleler Vorhaben. Genau dort entsteht Komplexität durch
- konkurrierende Prioritäten,
- geteilte Ressourcen und
- fehlende Transparenz über Abhängigkeiten.
Der zentrale Gedanke des Artikels: Digitalisierung braucht nicht nur gutes Projektmanagement, sondern wirksames Multiprojektmanagement und Portfoliomanagement.
Warum klassische Projektsteuerung oft nicht mehr ausreicht
Gerade in der öffentlichen Verwaltung greifen Digitalisierungsinitiativen, gesetzliche Vorgaben und organisatorische Veränderungen eng ineinander. Fachbereiche, IT und Steuerungseinheiten arbeiten häufig mit denselben Schlüsselressourcen parallel an unterschiedlichen Vorhaben.
Dadurch entsteht ein Problem, das viele Organisationen unterschätzen: Selbst wenn einzelne Projekte sauber geplant sind, wird das Gesamtportfolio schnell unrealistisch.
Die Autoren zeigen dabei drei typische Symptome:
Projekte bleiben formal „im Plan“, obwohl operative Verzögerungen entstehen
Prioritäten ändern sich kurzfristig zwischen Gremien und Bereichen
Ressourcenengpässe werden erst sichtbar, wenn kritische Situationen bereits eingetreten sind
Besonders relevant ist dabei die Erkenntnis, dass Informationen allein keine wirksame Steuerung erzeugen. Viele Organisationen verfügen bereits über zahlreiche Berichte und Statusdaten – jedoch ohne gemeinsame Steuerungslogik.
Passend dazu unterstützt Multiprojektmanagement mit BCS genau diesen organisationsweiten Blick auf Prioritäten, Ressourcen und strategische Zusammenhänge.
Multiprojektmanagement als strategische Steuerungsebene
Multiprojektmanagement ist keine zusätzliche Verwaltungsebene, sondern die Voraussetzung dafür, dass komplexe Projektlandschaften überhaupt steuerbar bleiben. Dazu gehören insbesondere:
Transparenz über laufende Vorhaben
Sichtbarkeit von Ressourcen und Abhängigkeiten
Vergleichbarkeit von Projekten
belastbare Priorisierung
Verbindung zwischen strategischer und operativer Ebene
Genau hier setzt auch die Multiprojektmanagement-Funktionalität von BCS an. Die Software verbindet Projektportfolio, Ressourcenplanung und operative Projektsteuerung in einem integrierten System.
Ressourcensteuerung wird zum Engpassfaktor
Ein besonders wichtiger Aspekt des VdZ-Beitrags ist die Rolle der Ressourcenplanung. Denn viele Organisationen planen Projekte weiterhin unter impliziten Annahmen über Verfügbarkeiten ohne organisationsweite Transparenz.
Dadurch entsteht ein bekanntes Paradox: Alle Projekte erscheinen priorisiert, aber nicht alle sind gleichzeitig realistisch umsetzbar.
Der Beitrag zeigt klar, dass Priorisierung erst dann wirksam wird, wenn sichtbar ist:
welche Vorhaben voneinander abhängen
welche Schlüsselpersonen mehrfach eingeplant sind
welche Kapazitäten tatsächlich verfügbar sind
Wie modernes Ressourcenmanagement dabei unterstützen kann, zeigt auch der Projektron-Beitrag zur Ressourcenplanung im Projektmanagement. Ebenfalls relevant ist in diesem Zusammenhang der aktuelle Fachbeitrag zur Projektpriorisierung unter Ressourcenknappheit, der beschreibt, warum viele Portfolios langfristig überlastet werden.
Warum Software allein keine Lösung ist
Auch im öffentlichen Bereich zeigt sich zunehmend: Moderne Software allein löst keine organisatorischen Herausforderungen. Gerade in komplexen Verwaltungsstrukturen entstehen Steuerungsprobleme selten durch fehlende Tools, sondern meist durch unklare Prioritäten, uneinheitliche Prozesse oder fehlende Transparenz über Zuständigkeiten und Ressourcen.
Die Autoren betonen deshalb ausdrücklich, dass wirksame Steuerung immer aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht:
klarer Prioritäten,
definierter Rollen und Verantwortlichkeiten,
gemeinsamer Steuerungslogiken
sowie geeigneter technischer Unterstützung.
Besonders in Verwaltungen mit zahlreichen parallel laufenden Digitalisierungs- und Veränderungsvorhaben wird deutlich, wie wichtig eine gemeinsame Sicht auf Projekte, Ressourcen und Abhängigkeiten ist. Erst wenn strategische Ziele, operative Planung und tatsächliche Kapazitäten miteinander verbunden werden, entsteht eine belastbare Grundlage für Priorisierung und Steuerung.
Genau deshalb gewinnen integrierte Lösungen wie Business Coordination Software zunehmend an Bedeutung. Systeme wie BCS verbinden Projektmanagement, Ressourcenplanung, Prozesssteuerung und Projektportfoliomanagement in einer gemeinsamen Plattform. Dadurch lassen sich Informationen organisationsweit konsistent zusammenführen, Abhängigkeiten transparenter darstellen und Entscheidungen fundierter treffen, insbesondere in komplexen Projektlandschaften der öffentlichen Verwaltung.
Fazit: Verwaltungsmodernisierung braucht steuerbare Projektlandschaften
Der Beitrag von Kai Sulkowski und Jan Wallisser auf dem Blog der Verwaltung der Zukunft beschreibt eine Entwicklung, die viele Verwaltungen aktuell erleben: Die Herausforderung liegt längst nicht mehr nur in einzelnen Projekten, sondern in der Fähigkeit, komplexe Projektlandschaften als Ganzes steuerbar zu machen.
Wer Digitalisierung nachhaltig umsetzen will, braucht deshalb:
Transparenz über das gesamte Portfolio
realistische Ressourcensteuerung
belastbare Priorisierung
integrierte Systeme für Multiprojekt-, Portfolio- und Prozessmanagement
Genau dort entsteht die eigentliche Handlungsfähigkeit moderner Organisationen.

Screenshot des Beitrags „Zu viele Projekte, zu wenig Steuerung – Warum Verwaltungen ihr Projektportfolio neu denken müssen“ von Kai Sulkowski und Jan Wallisser auf dem Blog „Verwaltung der Zukunft“ (VdZ): https://www.vdz.org/leadership-organisation-arbeitskultur/zu-viele-projekte-zu-wenig-steuerung (letzter Abruf am 27.05.2026)