Augen für das Auto

Anwenderbericht von Hella Aglaia Mobile Vision

Mehr Sicherheit für das Auto der Zukunft, daran arbeitet die Hella Aglaia Mobile Vision GmbH. Projektron BCS hilft bei der Organisation der Projekte – vor allem dann, wenn viele Räder ineinander greifen.


Dr. Manfred Fröbel ist sich sicher: „In der Zukunft werden die Differenzierungsprozesse in der Automobil-Industrie über die Elektronik ausgetragen.“ Und so arbeitet der Manager daran mit, Schlüssel-Technologien für das Autofahren der kommenden Jahrzehnte zu entwickeln. Denn hoch innovativ entwickelt die Hella Aglaia Mobile Vision GmbH bildgebende Verfahren, die das Fahren einfacher, präziser und sicherer machen sollen: Bildsensoren, die schneller als der Fahrer erkennen können, wenn ein Hindernis die Straße blockiert, wenn Menschen die Straße betreten, wenn der Abstand zum Vordermann bedrohlich gering wird – aber auch, wenn Verkehrszeichen vor Gefahren warnen und Hinweise geben.

Seit 1998 arbeiten die Experten der Aglaia an ihren „Augen für Autos“. Im März wurde das Unternehmen von dem Auto-Zuliefer-Multi Hella übernommen und wird nun zum Kompetenzzentrum für Fahr-Assistenz-Systeme ausgebaut. Bis zum Ende des Geschäftsjahres soll das Personal um 40 Prozent aufgestockt werden – gute Nachrichten in schwierigen Zeiten.

Das Gegenteil von Laborbe- dingungen

Dabei ist die Straße ziemlich genau das Gegenteil dessen, was im Labor unter Bilderkennung und –verarbeitung verstanden wird: Statt Hochleistungsrechnern und konstanten Bedingungen eine riesige Variationsbreite an denkbaren Ereignissen und Gefahrenquellen – und das alles bei schlechtem Wetter, bei Dunkelheit oder strahlend hellem Gegenlicht in der Sommerdämmerung.

Dazu die Anforderungen der Auto-Industrie: Beengter Raum, Anpassung an Design-Gegebenheiten und Fehlerfreiheit bei minimalen Baukosten. Um ihren technologischen Vorsprung halten zu können, muss die Hella Aglaia Mobile Vision GmbH auf vielen Feldern gleichzeitig forschen, entwickeln, konstruieren, testen und optimieren. Allein und im Verbund mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Auto-Zulieferern und - herstellern und – bei einem so sensiblen Thema wie dem Straßenverkehr selbstverständlich - Behörden und anderen staatlichen Stellen.

Um die anspruchsvollen Projekte effizient, schnell und qualitativ hochwertig durchführen zu können, bedient sich das Unternehmen schon seit dem Jahr 2002 der Projektsteuerungs-Software Projektron BCS. Stück für Stück wurden alle neuen und bereits laufenden Projekte in das System übertragen, nachdem sich das Tool Hindernis voraus: Die Software bestimmt exakt die Entfernung des voraus fahrenden Verkehrs i nnerhalb nur eines Tages hatte installieren und lauffähig machen lassen. Mit der vorher verwendeten Standard-Software eines großen Herstellers war man nicht glücklich geworden.

Seitdem nutzt man bei der Hella Aglaia Mobile Vision Projektron BCS zur allseitigen Zufriedenheit für Planung, Dokumentation und Controlling und dazu, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient auf die vorhandenen Projekte aufzuteilen – auch dann, wenn sich erst während der Arbeit herausstellt, dass es mehr Arbeit erfordert, um die gestellten Ziele zu erreichen, als zunächst geplant war. Auch um solche Situationen rechtzeitig zu erkennen, lassen sich die eingebauten Überwachungs- und Warnfunktionen der Software nutzen.

Bildsensoren erkennen ob ein Hindernis die Straße blockiert

Manchmal sind E-Mails zu unsicher

Im vergangenen Jahr ist die Hella Aglaia Mobile Vision beim Einsatz von Projektron BCS in eine neue Phase eingetreten: Erstmals wird die Software von allen Beteiligten eines Verbundprojekts genutzt, in dessen Rahmen das vorhandene Know How noch in weiteren Bereichen eingesetzt werden soll. Beteiligt sind neben Hella Aglaia noch Gegenverkehr bei Nacht: Das System nimmt das Fahrzeug wahr, ermittelt die eigene Geschwindigkeit sowie den Lenkwinkel und entscheidet, ob der Fahrer gewarnt werden muss drei Partner aus der Industrie sowie Consultants, eine Hochschule und das Land Berlin.

Die Koordination dafür liegt in den Händen von Fröbel, der für die Hella Aglaia Mobile Vision als Leiter von Organisation und Qualitätsmanagement arbeitet. Die Anforderungen an die Software: Gewährleistung und Dokumentation der projektbezogenen Kommunikation, zentrale Dokumentation und Pflege der Projektstruktur, die Dokumentation des Ablaufs in einem zentralen Verlaufsprotokoll, salopp auch „Projekttagebuch“ genannt, sowie die Möglichkeit, die Arbeitsbereiche und Kontaktdaten aller Beteiligten an dem Projekt mit einem Mausklick abrufen zu können.

Vom Ergebnis seiner Anpassung von Projektron BCS an die Gegebenheiten des Verbundprojekts ist Fröbel absolut überzeugt: „Gar keine Widerstände“ habe es gegen die Software gegeben, erinnert er sich. Und das, obwohl man es hier nicht mit Untergebenen, sondern mit Partnern zu tun hatte, die erst einmal von dem Steuerungsinstrument überzeugt sein wollten.

Den zuverlässigen Transport sensibler Daten nennt der Projektkoordinator als einen der großen Vorteile der von ihm gewählten Lösung: „E-Mails sind unsicher – gerade da wir viel Forschung und Vorentwicklung betreiben, die auch für andere sehr wertvoll sein kann. Projektron BCS bietet verschlüsselte Übertragung über ein https- System.“

Bei verteilten Standorten hilft Zugriff via Internet

Ein weiterer Vorteil ist für Fröbel die Möglichkeit, unterschiedlichen Projektbeteiligten auch unterschiedliche Zugriffsrechte auf Informationen und Dokumente zuweisen zu können – eine weitere Forderung aus dem Lastenheft der Projekts. Ein Muss dagegen: Projektron BCS ist ein web-basiertes System, auf das jeder Beteiligte von überallher via Internet zugreifen kann. „Das hilft sehr gut angesichts der unterschiedlichen Beteiligten und der verteilten Standorte.“

Außerdem: Im Gegensatz zu Produkten, die Installationen auf dem Rechner jedes einzelnen Beteiligten verlangen, läuft Projektron BCS zentral auf einem Server. „Das vereinfacht sehr die Wartung“, erklärt Fröbel, „ da der Administrator zum Beispiel Updates nur auf den einen Server aufspielen muss.“

Lückenlose Dokumentation – damit es später keinen Streit gibt

Ihre Zusammenarbeit haben die Partner so organisiert, dass Änderungen an Projektplan und Konsortialvertrag der Zustimmung eines Lenkungsausschusses aller Beteiligten bedürfen – eine Entscheidungsstruktur, die sich über die Rechteverwaltung der Software abbilden ließ.

Ebenfalls äußerst wichtig bei so vielen Beteiligten: Die lückenlose Dokumentation der gesamten Kommunikation auch auf den unteren Ebenen sowie eine History aller gemachten Änderungen in den Projekt-Dokumenten, damit im Nachhinein noch zu klären ist, wer für welche Entscheidungen in Sachen Vorgehensweise und Anforderungen zuständig ist. „Wenn ich mit anspruchsvollen Partnern arbeite, muss ich exakt dokumentieren. Ich diesem Bereich wird das Verlaufsprotokoll sehr stark genutzt“, so Fröbel. Besonders angenehm dabei: Anmerkungen lassen sich jedem einzelnen Punkt der Projektstruktur zuordnen. Auch die Auswertung kann rekursiv und auf der Ebene von Gesamt- wie auch auf Teilprojekten erfolgen.

Das selbstfahrende Auto ist in Sicht

Dabei sieht der Koordinator die momentane Arbeit als Pilotprojekt, das nebenbei helfen soll, die künftige Arbeit mit externen Partnern effizienter zu gestalten: „Auch für mich ist das eine wichtige Erfahrung“, so Fröbel. „Innerhalb einer Firma ist die Arbeit einfacher, mit externen Partnern wird es komplizierter. Wir besprechen unsere Erfahrungen mit Projektron und diskutieren gemeinsam mögliche Weiterentwicklungen der Software, um die neuen Anwendungsfälle noch besser abdecken zu können.“ In der Zusammenarbeit zwischen forschendem Unternehmen und Software- Entwickler hat das schon Tradition. Schon die Möglichkeit, Verlaufsprotokolle einzurichten, wurde von Projektron auf Anregung von Aglaia geschaffen. Ein Weg, den Fröbel weitergehen möchte. Und etwas gibt der Projektkoordinator allen Autofahrern aus seiner Arbeit mit auf den Weg – auch wenn er wegen des sensiblen Geschäftsbereichs der Hella Aglaia Mobile Vision nicht zu viel aus dem Nähkästchen plaudern möchte: „Systeme, mit denen Autos autonom fahren könnten, werden innerhalb der nächsten zehn Jahre serienreif.“

Hella Aglaia Mobile Vision GmbH

Hella Aglaia Mobile Vision

Branche: Automotive und Luftfahrt
Kunde seit: 2002
Anwender: 170

Meistgenutzte Funktionen:

  • Kundenmanagement (CRM)
  • Portfoliomanagement
  • Projektcontrolling
  • Projektplanung
  • PM nach AutomotiveSPICE

Autor: Dr. Manfred Fröbel
Stand: 06/2006

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